Programm
Anzeige:
DB Autozug - bequeme,staufreie Anreise-Alternative
Umbrien und die Marken sind Mille Miglia-Land
Umbrien und seine hügelige Landschaft
Umbrischer Frühling
Urbino - Chiesa di S. Domenico
Unterkunft in einem ehemaligen Kloster
Mille Miglia Strecke durch Urbino
Willkommen in Norcia
Zentrum von Norcia
Kleine Läden, grosse Spezialitäten
Vielfalt und Qualität
Feinschmeckerparadies Norcia
Assisi und seine historischen Mauern
Zentrum von Assisi
Museo del Vino in Torgiano

Eingebettet zwischen der berühmten Toskana im Westen und der Adriaküste mit dem Verkehrsknotenpunkt Ancona liegen die Marken und Umbrien. Die Landschaft ist weniger weich als in der Toskana, es gibt weniger Zypressen, dafür die rauhe Schönheit der Berge mit ihren mittelalterlichen Städten und eine beeindruckende Weite und Stille. Touristisch nicht so erschlossen wie das westliche Bruderregion finden die Besucher dieses Landstrichs sehr viel Ursprüngliches in der Verbindung von alten Traditionen und dem modernen, aber beschaulichen Alltagsleben. Das ist auch vor allem vom Genuss der frischen und edlen Zutaten und Spezialitäten der beiden Regionen, wie dem Trüffel, geprägt. Egal, ob bodenständig oder raffiniert – Umbrien und die Marken laden alle Liebhaber guten Essens und guter Weine zu einer kulinarischen Reise voller Genuss ein. Wie kurzlebig der Genuss von Kulturschätzen in dieser Gegend ist, hängt auch mit der Erdbebengefahr der angrenzenden Region zusammen. 1997 wurde Assisi stark zerstört, die Auswirkungen und Schäden des Erdbebens im April 2009 mit dem Epizentrum in L' Aquila sind noch nicht absehbar.

Dennoch sind Umbrien und die Marken mit ihrem reichhaltigen kulturellen und kulinarisches Angebot immer eine Reise wert. Die Teilnehmer der jährlichen Mille Miglia können am 2. Tag des Gleichmässigkeitsrennen über 1000 Meilen nur am Rande genießen, wenn die Strecke 2009 von San Marino aus direkt durch den Norden der Marken nach Sansepolcro führt. Wir haben uns vor der Mille Miglia in dieser wunderschönen und beeindruckenden Gegend abseits der aktuellen Streckenführung für 2009 auf die Suche nach Traditionen, Landschaften, mittelalterlichen Festungen und Menschen gemacht.

Anreise aus Deutschland:
Für die Anreise aus Deutschland haben wir den Autozug der Deutschen Bahn AG gewählt. Seit dem 16. März 2008 gibt es von Hamburg-Altona, Hildesheim, Düsseldorf und Neu-Isenburg Verbindungen nach Alessandria im Piemont. Nachmittags einchecken und am nächsten Morgen ausgeruht in Italien ankommen. Ein verlockendes Angebot, das auch unserem Oldtimer ein paar hundert Kilometer ersparte. Wir genossen von Düsseldorf aus die Strecke entlangs des Rheins und durch die Weinberge, deren guten Tropfen wir uns im Speisewagen mit anderen Mitreisenden schmecken liessen. Der Service war richtig prima, international, freundlich und flink. Nach der kulinarischen Einstimmung auf unser Reiseziel wachten wir gut erholt in Italien auf, wie die vorbeiziehende Landschaft verriet. Die Endstation Alessandria empfing uns nach dem Frühstück mit Sonnenstrahlen und einem kleinen, praktischen Give-Away in Form eines kleinen Reiseführers. Nach dem perfekten Willkommensgruss machten wir uns auf die Reise zum ersten grösseren Zwischenstopp der Mille Miglia in Marken, nach Urbino.

Urbino:
Die Stadt wirkt wie eine alte Festung mit hohen Stadtmauern, Kirchtürmen und im Mittelpunkt die Piazza della Repubblica. Hier fallen gleich die vielen junge Menschen auf, die bei Kaffee und Zigartetten ausladend gestikulieren. Die jugendliche Lebendigkeit in den alten Mauern hat die Stadt ihrer Universität zu verdanken.

Lebendig und modern ging es auch in den alten Mauern unseres Hotels zu. Direkt an der Piazza Rinascimento, auf der die Teilnehmer der Mille Miglia am 2. Tag um die Mittagszeit vorbeifahren, liegt in einem alten Kloster das „Albergo San Domenico“. Nach dem aufwendigen Umbau und der Restaurierung ist hier ein richtig gutes Hotel in toller Lage entstanden. Die Familie Pinoli betreibt noch fünf weitere Hotels in Umbrien, die immer in historischen Gebäuden zu finden sind. Ideal für Oldtimer- und Historienfans.

Die wunderbare Abendstimmung genossen wir bei einem Aperitif bei Raffaello in der Via D. Bramante und schauten dem italienischen Leben zu. Lachen, gestikulieren, reden, scherzen und die Freunde umarmen und küssen. Es war herrlich italienisch. Das sollte auch für unser Abendessen gelten. Im Hotel hatte man uns ein Restaurant mit klassicher umbrischer Küche empfohlen. Fast hätten wir das „Vecchia Urbino” in der dunklen Gasse übersehen, aber die Laterne am Haus wies den alten Fahrensleuten doch noch den Weg. Das Inhaberpaar begrüsste uns herzlich und sofort war klar, dass wir hier einen wunderschönen Abend verbringen würden. Auf der Karte fanden wir typisch umbrische Weine und Gerichte, aber auch bekannte Spezialitäten aus dem ganzen Land. Zur wohltuend familiären Atmosphäre kam ein professioneller Service und ein hervorragendes Essen. Nie in meinem Leben habe ich ein besseres Filetto Rossini gegessen. Für die guten Trüffel ist Umbrien bekannt und auch der im Vergleich zur Toskana vermeintlich schlechtere Rotwein war ein Genuss. Der bestellte Montefalco Segrantino 2004 und der Torgiano Rosso können zweifellos mit bekannten Weinen der Toskana mithalten und sind preislich unschlagbar.

Nach dem gelungenen Abend für alle Sinne führte uns am nächsten Morgen unser Streifzug zur schräg gegenüber dem Hotel liegenden Chiesa di S. Domenico. Die wunderschöne Kirche ist gerade aufwendig restauriert worden und erstrahlt mit der Kopie der Figurengruppe „Madonna mit Kind und Heiligen“ von Luca della Robbia am Portal in neuem Glanz.

Unser Weg aus Urbino führte zwar wie bei der Mille Miglia in südliche Richtung, aber nicht in Richtung Assisi, sondern in Richtung Norcia. Unser Tagesauflug in den südliche Westen Umbriens sollte uns in das kleine Feinschmeckerparadies bringen. Über die ss3, die „Straße des Öls“ ging es in Richtung Süden. Von Foligno aus erklimmten wir die sibyllinischen Berge, die heute zu einem großen Nationalpark gehören, in Richtung Norcia.

Norcia:
Das Mekka für Gourmets ist in aller Welt bekannt. Wer es noch nicht entdeckt hat, muss das schnellstmöglich nachholen. Der Eingang durch die historische Stadtmauer zeugt von der Tradition der Stadt, die im 2. Jahrhundert vor Christi gegründet wurde. Zwischen den alten Mauern und Gebäuden reihen sich dann kleine Geschäfte aneinander, die nicht nur die weltbekannten schwarzen Trüffel und Würste der Stadt anbieten. In den Auslagen türmen sich auch Schinken, Salami in allen Variationen, Linsen und Käse. Dazwischen stehen Ölflaschen in allen Größen und Formen. Ein Paradies für jeden, der Spass am Essen und der Darstellung der Köstlichkeiten hat. Nach unserem grossen Einkauf und die vielen probierten Leckereien machen wir eine kleine Pause in einem Strassencafe an der Kirche. Die Sonne strahlt und der Blick schweift über die Berge, die noch mit Schnee bedeckt sind. Hier lässt es sich leben und geniessen. Dieser Eindruck verstärkt sich noch in der Abenddämmerung, als wir unser Hotel „Grotte Azzura“ für einen kleinen Spaziergang durch den Ort verlassen. Die Kinder spielen auf der Piazza noch Fussball, während sich einige Priester auf dem Weg zum Gebet in die Kirche machen. Unser Abendessen bestellten wir im ältesten Restaurant der Stadt, das in unserem Hotel untergebracht ist. Hier wird nach Jahrhunderte alten Rezepten alles frisch zubereitet. Leider reichten unsere Sprachkenntnisse offensichtlich nicht aus, um dem Kellner unsere Wünsche ganz deutlich zu machen. So bekamen wir ein etwas gewöhnungsbedürftiges Kalbskottlett mit Trüffeln. Eine interessante kulinarische Erfahrung, die durch den guten umbrischen Wein wieder wettgemacht wurde.

Assisi:
Nach unserer kleinen „Auszeit“ von der Mille Miglia machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg in die Stadt des heiligen Franziskus. In der morgendlichen Ruhe waren wir vor allem tiefbewegt von den beeindruckenden Ergebnissen der Wiederaufbauarbeiten nach dem großen Erdbeben am 26. September 1997. Im Jahr darauf waren wir im Mille Miglia Tross durch Assisi gefahren und hatten Tränen in den Augen, als wir die massiven Schäden an den alten Gebäuden überall in der Stadt sahen. Mit einem so starken Beben hatte keiner gerechnet und deshalb traf es die Bewohner vollkommen unvorbereitet. Wie es nach einer solchen Erderschütterung aussehen konnte, kannten wir bis dato nur aus dem Fernsehen. Die eingestürzten Dächer und Mauer damals live zu sehen, war ein sehr einprägsames Erlebnis. Umso schöner ist das Gefühl heute. Zehn Jahre später gilt das große Lob allen, die am Aufbau beteiligt waren. Grosse Teile der Fresken der Basilika sind inzwsichen wieder restauriert. Die damals verloren geglaubten Kunstreichtümer sind wieder zu sehen. Eine grossartige Arbeit, die noch einige Jahre andauern wird.

Neben unserer Spende und unserem kurzen Gebet für den Wiederaufbau habe ich in der Basilika auch ein kleines Gebet an die heilige Clara von Assisi, die Schutzpatronin des Fernsehens gerichtet. Sie wurde von Papst Pius XII eingesetzt, weil er befürchtete, dass das neue Medium Fernsehen die Menschen von der Kirche abbringen könnte. Heute mag man die Heilige eher um die Erleuchtung der Programmchefs und um die Verschonung vor vielen Formaten bitten.
In der Hoffnung, dass das wiederaufgebaute Assisi vor weiteren Erdstössen verschont bleibt, machen wir uns in westliche Richtung auf nach Torgiano. Der Ort in der Nähe von Perugia ist bekannt durch guten Weine und das interessante Wein- und Ölmuseum.

Torgiano:
In einem alten Gemäuer im Dorfkern liegt das spannende Weinmuseum, das die Weinbauernfamilie Lungarotti seit den 1960er Jahren ausbaut und betreibt. Was die Familie in Generation gesammelt und hinzugekauft hat, ist einzigartig. Die Produktion des Weines, die Bedeutung der Gefäße, die alte Porzellankunst, die Werkzeuge, Jahrhunderte alte Schriftstücke – der Weg des Weines und seiner Geschichte ist spannend und anschaulich.

Selten waren wir vom Aufbau und den Exponaten eines Museums so begeistert. Nahtlos schliesst sich das Ölbau- und Olivenölmuseum daran an. Wussten Sie, dass die Griechen das Olivenöl ursprünglich als Brennmaterial und Badezusatz verwendeten? Erst die Römer verwendeten es für die Nahrung. Interessante Geschichten rund um das gesunde Öl, das in den letzten Jahren zunehmend beliebter wird.
Mit diesen Erkenntnissen verlassen wir Umbrien und seine Vielfalt, für deren Entdeckung man nicht genug Zeit mitbringen kann. Vielleicht nutzen Sie ja einen Abstecher von der Mille Miglia für eine kleine Entdeckungsreise nach Umbrien und Marken. Wir werden es auf jeden Fall tun.

Reiseinformationen:
Anreise:
Autozug der DB AG
Infos zu Strecken und Preisen unter www.dbautozug.de

Urbino:
Hotel
Albergo San Domenico
Piazza Rinascimento 3
61029 Urbino
Tel.: +39-7222626
www.viphotels.it

Restaurant
Vecchia Urbino
Via Vasari 3/5
Tel. +39-7224447

Norcia:
Hotel
Grotta Azzurra
Via Alfieri 12
06046 Norcia
Tel. +39-743816513

Torgiano:
Museo del Vino
Corso Vittorio Emanuele 11
06089 Torgiano
Tel. +3975988020
www.lungarotti.it mit Link zum Museum

Museo dell ‘Olivo e dell ‘Olio
Via Garibaldi 10
06089 Torgiano
Tel +39 075 9880300

www.lungarotti.it mit Link zum Museum

Michael Ruess

 
zum Anfangzum Anfang

Angaben sind ohne Gewähr.

© 2009 TWM Agentur
Impressum / Mediadaten