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| (c) Marc-Oliver Schulz |
Wenn man den Wegweisern zur Autostadt in Wolfsburg folgt, kommt man zuerst an einer denkmalgeschützten Tankstelle vorbei, deren Veränderungen ich seit Jahren beobachte. Meines Wissens nach sollte sie ein Treffpunkt für Oldtimerfans werden. Nun ist aus Konzernkreisen zu hören, dass neue Technologien in der wunderschönen Tankstelle ausgestellt werden sollen . Hybrid oder Brennstoffzellen in der alten Tankstelle- na ja. Der Weg führt weiter am alten Porschestadion vorbei in Richtung Autostadt, wo man schon die neue VW-Arena und die zwei Glastürme am Eingang sieht. Ich aber halte noch einmal kurz vor dem Bahnhof, um noch einmal den Blick zu erhaschen, der mir seit 50 Jahren geläufig ist. Denn ich als „Stift“ hier in Wolfsburg gearbeitet. Der Bahnhof, das VW- Werk und das Kraftwerk, die Kombination aus alter Bausubstanz und der gläsernden Fassade der Autostadt zeigt, wie hier Tradition, Handwerkskunst, Autobau und Moderne miteinander verschmelzen.
Seit 10 Jahren gibt es die Autostadt bereits. Es kommt mir wie immer viel weniger vor, als wir über die Eröffnung im Mai 2000 in unserem Fernsehmagazin „Faszination Oldtimer“ berichtet haben. Damals waren noch viele skeptisch, hielten Piech bei der Vorstellung des Konzeptes einige Jahre zuvor für ziemlich verrückt. Und was ist in den letzten 10 Jahren nicht alles rund um die Marke VW passiert: Nach Bugatti, Audi, Lamborghini und Skoda kam zuletzt Porsche in die „Familie“. Im Jahr 2010 leuchtet die Autostadt im Sonnenlicht und auch der Konzern glänzt: mit Zahlen, Produkten und Ergebnissen. Über 2 Millionen Besucher besuchen jedes Jahr die Autostadt mit ihren Veranstaltungen und Festivals, und über 200.000 Menschen holen hier ihr Neufahrzeug ab. Damit ist die Autostadt nicht nur das erfolgreichste Automobilmuseum, sondern demonstriert auch eindrucksvoll, wie Mobilität, Geschichte, Marken, Lifestyle und Sport genial miteinander kombiniert werden können. Kein anderes Automobilwerk der Welt kann so zusammenhängend seine umfangreiche Geschichte präsentieren. Es gibt viel zu sehen, für jeden Geschmack und Geldbeutel ist etwas dabei. Und ein Wochenende ist da schnell vorbei.
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| ((c) Reiner Jensen |
Die umfangreiche automobile Geschichte zeigt sich im Zeithaus, in dem es Sonderausstellungen zu wechselnden Themen gibt. Dabei geht es auch zum Zeitgeschichte. So hat man – was ich sehr erfreulich finde - keine Berührungsängste mit anderen Herstellern. Hier sind der Mercedes Patentwagen genauso zu sehen wie das T-Modell von Ford – eben Meilensteine der Automobilära. Bei meinem Rundgang wurde ich immer wieder an VW-Modelle erinnert, die ich schon fast vergessen hatte, wie das Fliesheck VW 1600 TL. Es war damals nicht so richtig gut verkäuflich. Über das Zeithaus hinweg schaue ich nach dem ausgiebigen Rundgang noch einmal herüber zum alten Kraftwerk und dem Hotel Ritz Carlton, was sich traumwandlerisch in die Architektur der Autostadt einfügt. Es gibt hier für jeden etwas dabei: von Musikveranstaltungen über Vorlesungen, thematische Konferenzen bis hin zu großen Showevents. Die einzelnen Markenpavillons auf dem großen Gelände präsentieren die unterschiedlichen Modelle und Markenbotschaften. Es ist eine wunderbare Mischung aus Kundencenter, Gastronomie und Museum, die viele Besucher mit dem gleichen, tiefen Eindruck wieder nach Hausen fahren lassen. Und besonders jetzt in Vorweihnachtszeit ist die Atmosphäre in der Autostadt noch etwas besonderer, denn sie verwandelt sich in ein Wintermärchen mit Schlittschuhbahn und Weihnachtsmarkt. Eine tolle Zeit, um Automobilgeschichte, einen Aufenthalt im Ritz Carlton – auf Wunsch mit Sternekochmenü – und ein beeindruckendes Weihnachtserlebnis miteinander zu kombinieren.
Nähere Informationen erhalten Sie unter www.autostadt.de
Michael Ruess |