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Silberpfeil-Videos |
Interview Michael Schuhmacher zum Comeback
Hamilton im W 25 auf dem Nürburgring
Großer Preis von Reims 1938
Hamiltons Siegerwagen im MB-Museum |
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| Nico Rosberg, geb. am 27. Juni 1985 in Wiesbaden |
Als
Sohn des Formel 1-Weltmeisters Keke Rosberg begann er im Alter von acht
Jahren mit Kart-Rennen und startete von 1997 bis 2000 im Team MBM,
einem Förderprogramm von Mercedes-Benz McLaren, in dem die beiden
bisherigen Formel 1-Partner junge Talente förderten. Nicos Teamkollege
war damals der spätere Weltmeister und McLaren-Mercedes Fahrer Lewis
Hamilton. 2000 wurde er Vize-Europameister der Formel A. Zwei Jahre
später fuhr er in der Formel BMW ADAC seine ersten Autorennen und wurde
in seinem Debütjahr mit neun Siegen in 18 Rennen Meister – im Team
seines Vaters. 2003 und 2004 bestritt Nico Rosberg die damals neue
Formel 3 Euro Serie, wurde im ersten Jahr Zweiter der Rookiewertung und
belegte 2004 in der Gesamtwertung Platz vier. Im Jahr darauf wechselte
er in die GP2-Serie, die als Nachwuchsklasse im Rahmen von Formel
1-Rennen ausgetragen wird und holte den Titel. Sein erstes Formel
1-Rennen fuhr Nico Rosberg beim Saisonstart am 12. März 2006 in
Bahrain, er wurde Siebter und fuhr gleich bei seinem Premieren Grand
Prix die schnellste Rennrunde. Insgesamt startete Nico seitdem für das
Williams-Team bei 70 Grand Prix, holte dabei 75,5 Punkte und als bestes
Resultat Platz zwei beim Grand Prix von Singapur 2008. Die Saison 2009
war seine bisher beste – am Ende stand er in der Fahrer-WM auf Platz
sieben mit 34,5 Punkten. |
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| Rudolf Carraciola |
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Die Rennkarriere des Kaufmannssohnes aus dem rheinischen Remagen,
der am 30. Januar 1901 geboren wurde, begann am 10. Juni 1922 beim
Berliner AVUS-Rennen. Der Volontär der Aachener Fafnir-Automobilwerke
verblüffte bei seinem Debüt am Rennlenkrad, weil er auf Anhieb
Vierter wurde und sich gegen seine Teamkameraden durchsetzte. Bis
dahin hatte es keinerlei Anzeichen für Caracciolas Renntalent
gegeben. Diese ersten Erfolge führten bei dem 21-jährigen zu dem
Entschluss, Rennfahrer zu werden. Einige Jahre später erklärte
er dazu: „Für mich war diese Entscheidung keine Laune des Augenblicks,
ich war zutiefst von der Faszination dieses Sports überzeugt". Zwei
Jahre nach Beginn seines Rennfahrerlebens wurde er Mitglied der
Mercedes-Rennmannschaft. Am Ende der Saison 1924 konnte Carraciola
22 Siege und zwei 2. Plätze aufweisen - eine überzeugende Leistung.
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| Manfred von Brauchitsch |

1905 kam Manfred von Brauchitsch als Sohn einer
preussischen Offiziersfamilie in Hamburg zur Welt. 1929 bestritt er ein
erstes Autorennen in einem Mercedes-Benz SS Kompressorwagen und gewann.
Bekannt wurde er 1933 durch seinen Sieg auf der AVUS in einem SSKL mit
Stromlinienkarosserie. Im Jahr darauf war der damals 28jährige dabei,
als der Mythos Silberpfeil geboren wurde. Mercedes-Benz
setzte den neuen Monoposto zum ersten Mal beim Eifelrennen auf dem Nürburgring
ein. Der Mercedes-Werksfahrer gewann das Rennen vor Hans Stuck im Auto Union.
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| John Richard Beattie Seaman |
John
Richard Beattie Seaman startete am 9. Mai 1937 beim großen Preis von
Tripolis erstmals in einem Silberpfeil. Schon knapp zwei Jahre später
am 25. Juni 1939 verunglückt er beim Großen Preis von Belgien in Spa
und erliegt wenige Stunden nach dem Unfall seinen schweren
Verletzungen. Ein siegreicher Engländer in einem deutschen Team in den
Zeiten der Kriegsvorbereitung.
Seaman,
geboren am 4. Februar 1913, stammt aus einer begüterten Familie der
britischen Oberschicht. In deren klassischen Lebensentwürfen hat ein
Rennfahrer eigentlich keinen Platz. Doch Richard Seaman, genannt
„Dick“, zeigt schon früh starkes Interesse an Autos und setzt seinen
Berufswunsch gegen die Widerstände der Eltern durch. Von 1931 an, im
Alter von 18 Jahren, nimmt er an Motorsportwettbewerben teil und zeigt
erstes Talent. Der junge Mann träumt bald davon, für einen der großen
deutschen Rennställe zu fahren. Im Sommer 1936 sagt er: „Wenn ich jemals für Mercedes fahren darf, dann fahre nie wieder für jemand anderen“...
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| Hermann Lang |
Am 6. April 1909 wird Hermann Lang in Cannstatt geboren. Er ist in den 1930er Jahren einer der großen Rennfahrer auf den Mercedes-Benz Silberpfeilen. Nach dem Zweiten Weltkrieg feiert er 1952 auf dem Rennsportcoupé 300 SL ein vielbeachtetes Comeback. Im Jahr 1954 zieht er sich aus dem professionellen Motorsport zurück, ist aber als Kundendienst-Inspektor weiterhin für Daimler-Benz tätig. Seine Rennfahrerlaufbahn beginnt Hermann Lang auf dem Motorrad. Noch als Mechanikerlehrling gewinnt er 1927 auf einer alten Norton einen Wettbewerb auf der Solitude-Strecke in Stuttgart. Als Werksfahrer des Motorradherstellers Standard entwickelt sich Lang zum Beiwagenspezialisten und sichert sich 1931 nach verschiedenen bedeutenden Siegen die Deutsche Bergmeisterschaft für Beiwagenmaschinen. Im Jahr 1933 wird Hermann Lang als Monteur in der Renn- und Versuchsabteilung der Daimler-Benz AG eingestellt. Gelegentlich zum Warmfahren der Bremsen der 750-Kilogramm-Formel-Wagen eingesetzt, erkennt das Unternehmen schnell seine fahrerische Begabung und lässt ihn bei einer Nachwuchsfahrerprüfung teilnehmen. 1935 startet Hermann Lang erstmalig auf Mercedes-Benz als Rennfahrer beim Internationalen Eifelrennen und erzielt einen 5. Platz. Große Erfolge sind 1937 die Siege bei den beiden schnellsten Rennen der Welt, dem Großen Preis von Tripolis und dem Avusrennen in Berlin. In der Rennsaison 1938 kann Lang mit einem Wiederholungserfolg in Tripolis sowie einem 1. Platz bei der Coppa Ciano seine Position in der Mercedes-Benz Rennabteilung als siegfähiger Fahrer weiter ausbauen. Zusammen mit Manfred von Brauchitsch und Rudolf Caracciola bildet er das bei der Konkurrenz gefürchtete Fahrertrio auf den Mercedes-Benz Silberpfeilen. 1939 gewinnt er nacheinander und mit neuen Streckenrekorden die Großen Preise von Pau und Tripolis, das Internationale Eifelrennen und das Wiener Höhenstraßenrennen. Beim Großen Preis von Belgien, dem Großen Bergpreis von Deutschland sowie dem Großen Preis der Schweiz geht er ebenfalls als Sieger hervor. Er sichert sich damit die Bergmeisterschaft des Jahres 1939 und ist auch in der Grand-Prix Europameisterschaft der erfolgreichste Fahrer. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg setzt Lang seine Rennkarriere fort. Beim ersten ernsthaften Nachkriegsrennen ist Hermann Lang wieder am Start und siegt am Ruhestein im Schwarzwald auf einem BMW 328 Mille Miglia. Nach der Rückkehr der Daimler-Benz AG in den Motorsport belegt er 1951, nach zwölfjähriger Rennabstinenz, bei den argentinischen Frühjahrsrennen einen 2. und 3. Platz. Mit dem Mercedes-Benz 300 SL (W 194) feiert Lang ein viel beachtetes Comeback: In Bern 1952 noch Zweiter hinter Karl Kling wird Hermann Lang zusammen mit Fritz Rieß Gesamtsieger bei den 24 Stunden von Le Mans 1952. Nach dem Großen Preis von Europa im August 1954 zieht sich Lang aus dem Rennsport zurück. Bis zu seiner Pensionierung bleibt er als Kundendienst-Inspektor für Daimler-Benz tätig. Er stirbt am 19. Oktober 1987 in seiner schwäbischen Heimat Bad Cannstatt. |
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| Alfred Neubauer - der Rennleiter |
Alfred Neubauer war ein Mann, der von seinen ersten Gehversuchen im Leben an, immer etwas mit Automobilen zu tun hatte. Aus den kindlichen Spielen in Neutitstein, wo er 1891 geboren wurde, wurde im Ersten Weltkrieg eine Ausbildung. 1912 wurde er zwecks Ausbildung zum Artellerie-Automobilisten zu Austro Daimler nach Wien geschickt. Immer im Gepäck: Zeitschriften über die Rennheros der damaligen Zeit, die seine Idole waren... weiter lesen |
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zum
Anfang |
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| Rudolf Carraciola und die "Weißen Elefanten" |
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| Rudolf Carraciola
beim Start zum 1. Rennen auf dem Nürburgring 1927 |
Am
Samstag, dem 18. Juni 1927, hatte sich die Region um Adenau, Nürburg
und Hohe auf hohen Besuch aus dem ganzen Deutschen Reich und dem
benachbarten Europa vorbereitet. Zur Eröffnung des Nürburg-Ringes, den
man damals noch mit Bindestrich schrieb. "Die Presse der ganzen Welt
und nicht zuletzt der Rundfunk hat Millionen Menschen Kunde gegeben von
der überwältigenden Weihe des Nürburg-Rings, der größeten
Automobil-Renn- und Prüfungsstraße der Welt. In begeiserten Worten hat
man den großen sportlichen und wirtschaftlichen Wert der Renn- und
Prüfungsstraße einmütig anerkannt, in fast überschwenglicher Weise das
Werk und seine Meister gelobt. Der Name "Nürburg-Ring" ist in aller
Munde." heisst es in einer Sonderbeilage der Zeitschrift "Der
Nürburg-Ring" zum Eröffnungs- und Eifelrennen von 1927.
1925 war mit dem Bau der „Ersten Gebirgs-,
Renn- und Prüfstrecke“ begonnen worden, zeitweise waren 3000 Arbeiter
beschäftigt. Nach den feierlichen Eröffnungsreden hatte der
Motorsport vor rund 85.000 Zuschauern das Wort. Die Motorradrennen fanden am gleichen Tag statt,
die Automobilrennen einen Tag später.
Zum ersten Mal kam im Eröffnungsrennen der Mercedes-Benz 26/120/180
PS Typ S zum Einsatz. Die detaillierte Bezeichnung gab Auskunft
über die 26 Steuer-PS und damit gleichzeitig über den
Hubraum, die 120 PS tatsächliche Motorleistung ohne Kompressor
und die 180 PS mit dem eingeschalteten Kompressor. Gesamtwert: 30 000 Reichsmark.
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| Caracciola 1930 im SSK |
Der
erste Weltkrieg war gerade zu Ende, da lebte auch in Deutschland der
Rennsport wieder auf. 1926 war die Daimler-Benz AG gegeründet worden.
Seit dieser Zeit trugen auch alle Rennwagen den Namen Mercedes-Benz.
Die Zeit der "Weißen Elefanten" S-SS-SSK und SSKL brach an. Und mit
Ihnen die Siege von Caracciola, von Brauchitsch und Lang.
1931 saß Rudolf Caracciola am Steuer des
"Weißen Elefanten" bei der Mille Miglia in Italien. Er trug die Startnummer 1. Sein
Teamkollege Adolf Rosenberger fuhr ebenfalls den Typ S und belegte
hinter Caracciola, der Tagesbestzeit fuhr, beim Ausgang des Rennens
in der Klasse Sportwagen über 5 Liter Platz 2. Ein Doppelsieg über 350 km auf dem neuen Rundkurs
in der Eifel, bei dem Caracciola eine großartige Durchschnittsgeschwindigkeit
von 101, 1 km/h erreichte. Der Lohn war ein Pokal aus 900er Silber
mit einer Höhe von 17 cm und einem Durchmesser von 9 cm.
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| Carraciolas Siegeszug 1931 |
Drei
Jahre später belegte Rudolf Caracciola auf einem weiteren "Weißen
Elefanten" mit der Bezeichnung SSK bei der Mille Miglia „nur“ den 6.
Platz , feierte jedoch im Jahr darauf den ersten Mercedes-Benz
Gesamtsieg bei der Mille Miglia auf einem „SSKL“ (Super-Sport-Kurz-Leicht).
Mit
seinem Beifahrer
Wilhelm
Sebastian gewann Caracciola
als erster Ausländer die Mille
Miglia. In
einer Zeit von 16 Stunden, 10 Minuten und 10 Sekunden für 1635
km feierte das Team bei einem Schnitt von 101,1 km/h einen grandiosen
Sieg gegen die damalige Alfa-Romeo-Übermacht und einen neuen
Streckenrekord. Erst elf Minuten nach dem Mercedes-Team traf der
erste von zwölf Alfa-Romeos in Brescia ein.
Der
erfolgreichste und bekannteste Rennwagen dieser Ära war der Typ 720
Modell SSK 27/170 mit 225 PS, 7068 Hubraum, mit Kompressor 3300/min bei
225 PS mit einer Höchstgeschwindigkeit von 192 Km/h. Die
Modellbezeichnung stand für Super- Sportausführung mit kurzem Radstand.
In der Variante SSKL war an Gewicht gespart worden. Mit den Rennwagen
dieser Generation gewann das Fahrerteam von 1929 bis 1931 alles, was
möglich war.
Mit dieser Typenreihe wurde der Grundstein für die großen
Motorsporterfolge der Marke Mercedes gelegt, von denen viele auch mit
dem Nürburgring verknüpft waren. Die neue Strecke in der Eifel war seit
1927 eine grandiose Herausforderung für Fahrer und Material, mit 179
Kurven verteilt auf 22,8 Kilometer Berg- und Talbahn.
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| Im SSKL bei der Mille Miglia 1999 |
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| Start im Brescia 1999 |
In
Erinnerung an den Sieg von Rudolf Caracciola 1931 konnte ich 68 Jahre
später ebenfalls im Mercedes Benz SSKL an der Neuauflage der Mille
Miglia teilnehmen. Am Steuer: Thomas Kern, der Sohn des Besitzers Heinz
Peter Kern. Er gilt weltweit als einer der profundesten Kenner der S,
SS, SSK-Szene. Seinen Sohn Thomas kannte ich schon seit einigen Jahren
von verschiedenen Oldtimerveranstaltungen und wußte, dass er dieses
Rennmonstrum beherrschte und es mit Mut und Können auf die Strecke
halten konnte. So hatten wir die Chance ansatzweise zu erahnen, was
Rudolf Caracciola 1931 erlebt hatte, als er in 16 Stunden 10 min und 10
sec, die etwas über 1600 km lange Strecke von Brescia über Rom zurück
nach Brescia mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 100 km/h
absolviert hatte.
. 1999 lag dieselbe
Strecke, jedoch in drei Tagesetappen vor uns. Am Donnerstagabend ging
es nach Einbruch der Dunkelheit traditionell los in Richtung Ferrara.
Außer auf der Fahrt vom vom Hotel zum Start hatte ich keine
Möglichkeit mich an das Fahrverhalten und die Sicht zu gewöhnen.
Die italienische Polizei eskortierte uns und sorgte für freie Straßen.
Es waren einige der weißen Elefanten unter den ersten 50 Teilnehmern,
aber auch Bentley Blower, Alfa P 3 und weitere Rennklassiker, die
beherzt zum ersten Etappenziel bretterten.
Umgeben von tausenden Zuschauern während der Ortsdurchfahrten wurde
anschließend auf den Geraden außerhalb der Dörfer gezeigt, was Masse,
Beschleunigung und Fahrverhalten, der fast 70 Jahre alten
Automobilkunstwerke, noch konnten. Die Überholmanöver mit der erhöhten
Sicht, der Schrei des Kompressors in der Nacht und das Vorbeifliegen an
den Überholten sind Erlebnis, das ich nie vergessen werde. Dabei ist
man nachts immer angespannt, weil das schlechte Licht, die unbekannte
Strecke und die Geschwindigkeit große Konzentration von Fahrer und
Beifahrer verlangen.
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| Mille Miglia im Schnee |
Am
nächsten Morgen geht es in Richtung Adria. Uns scheint die Sonne ins
Gesicht scheint und zügig, aber relaxter nähern wir durch stetig dem
Tagesziel Rom. Vor 68 Jahren war Rudolf Caracciola zu diesem Zeitpunkt
schon wieder auf dem Rückweg nach Brescia. Immer wieder schalten,
kuppeln, dieses riesige Lenkrad bewegen, dabei den richtigen
Einlenkpunkt finden, rechtzeitig vom am Gas runterzugehen und wieder zu
beschleunigen. Eine Sinfonie aus Geräuschen. Eine große Herausforderung
damals wie heute.
Im Gegensatz zu den
damaligen Rennfahrern konnten wir die Landschaft geniessen und die
Fahrt in diesem wunderbaren Auto, das nicht ein einziges Mal zickte.
Hochachtung vor der Technik und dieser geballten Kraft mit Bremsen, die
immer quietschten, aber richtig verzögerten, mit dieser riesigen
Motorhaube, unter der sich 7 Liter versteckten, und dieses erst leicht
blechernde, dann zum Aufschrei werdende Kompressorgeräusch mit
entsprechender Beschleunigung. Unvergleichlich!
Nach der Sonne erlebten wir leider auch Regen, Kälte und Schnee in den
Sibilinischen Bergen. Einige Male mußte Thomas vehement ins Lenkrad
greifen, denn seitlich runterlaufende Wasserbäche versetzen dieses 2
Tonnen-Monstrum schon einmal mit einer gleichzeitigen Dusche durch das
Bodenblech. Wie kann man bei solchem Wetter mit so einem Auto schnell
fahren? Thomas hat es mir gezeigt. Wie mag Caracciola hierdurch
gefahren sein? Welches Wetter hatte er?
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| Gedanken an Caracciola im Ziel |
Nach
einer Nacht in Rom ging es zurück nach Brescia. Auf dem Weg werden wir
einige Stopps haben. Caracciola stoppte nur zum Tanken und
Reifenwechsel inklusive einer Zigarette. Wir rauschten durch die
Toskana, durch wunderbare Ortsdurchfahrten! Standen die Menschen
damals auch so eng an der Strecke, wenn die Wahnsinnigen durch die Orte
rasten? Wahrscheinlich. Wir wurden überall herzlich empfangen und der
SSKL brauchte außer Sprit und Wasser nichts. Immer vorne dabei ging es
über Florenz und Modena zum Ziel. Wir freuten uns auf ein Bier
zum Abendessen. Müdigkeit und Freude wogen sich beim Zieleinlauf
gegenseitig auf. Wie muss sich Caracciola damals gefühlt haben? Hatte
er schon im Gefühl, dass er gewonnen hatte? Im Ziel gedenken wir den
Helden von vor 70 Jahren. Unvorstellbar und einzigartig.
Michael Ruess |
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| Der Beginn der Silberpfeil-Ära - der W25 |
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| Eifelrennen 1934 mit dem neuen Renner |
Der
Mythos der Silberpfeile begann mit dem profanen Kürzel: W 25. Im Jahr
1934 bestimmte die neue 750-Kilogramm-Formel die Konstruktion der Grand
Prix-Wagen. Die Wagen durften ohne Kraftstoff, Öl, Kühlmittel und
Reifen maximal 750 Kilogramm schwer sein, außerdem muss die Karosserie
eine Breite von mindestens 85 Zentimetern haben. Mercedes-Benz
arbeitete unter großem Zeitdruck, um den Renner fertig zu bekommen.
Beim Monoposto W 25 sollte die Kombination aus einer schlanken
Karosserie, mechanisch aufgeladenem 3,4-Liter-Reihenachtzylinder vorne,
einzeln aufgehängten Rädern und Getriebe direkt auf der Hinterachse für
Siege sorgen. Porsche, der den konkurrierenden Auto Union Rennwagen
konzipierte, entschied sich anders - für Heckmotor und –antrieb. Diese
beiden Marken sollten die großen Konkurenten im Rennsport in den
kommenden Jahren werden.
Der W125 erreichte Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 250 km/h. Zehn
Monate nach der Entscheidung des Vorstandes verlies der erste Prototyp
am 3. Januar 1934 die Werkshalle. Unter der Leitung von Alfred Neubauer
begann das Rennsportteam im März in Monza mit den ersten Tests. Die
Fahrer waren Caraciola, von Brauchitsch und Luigi Fagioli, wobei von
Brauchitsch in Monza den ersten W 25 zerstörte. Am 27. Mai war es dann
soweit auf der Avus, allerdings nicht im Rennen. Im Training fuhr
Caraciola, ohne dass er den Wagen kannte und sich von seinem Unfall in
Monte Carlo erholt hätte, eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 239
km/h.
Am 3. Juni 1934 feierte
der W25 beim Eifel-Rennen auf dem Nürburgring seine Rennpremiere.
Projektleiter Dr. Nibel und Dr. Rumpler, der eine für Federung und
Chassis, der andere für Entwicklung, waren besonders stolz auf die
Einzelradaufhängung mit Schraubenfedern und parallelen Querlenkern
vorne sowie halbeliptischen Blattfedern an der Pendelachse hinten. Die
Bremsen waren mit einem Hydrauliksystem von Lockeed, was damals einen
Sensation war.
Da damals wie heute das Gewicht eine wesentliche Rolle spielt(e), kann
man ohne Übertreibung sagen, dass der W25 für alle ein Vorreiter im
Rennsport im Bezug auf die Gewichtseinsparung war: Aluminium-Bauweise,
der Motor aus leichten Legierungen und überall Bohrungen, um Gewicht
zu sparen. Daimler entwickelte einen Motor, den damals keiner für
möglich gehalten hatte: acht Zylinder in Reihe mit 2 obenliegenden
Nockenwellen, 78mm x 88mm Bohrung/Hubraum, vier Ventile, zwei
Mercedes-Vergasern pro Zylinder und Kompressor. Mit dem Ergebnis: 345
PS bei 5800/min. Der Zylinderblock war von einem Kühlmantel umgeben,
der nicht gegossen, sondern geschweisst war. Dadurch war er leichter,
stabiler, was aber bei hohen Drehzahlen half, aber eben auch teuerer.
Der Kompressor war ein Drucklader, der durch das Drücken des Gaspedals
aktiviert wurde und mit doppelter Motorendrehzahl arbeitete.
Dass
der neue Rennwagen die Farbe Weiss hätte tragen müssen, so wie es beim
Mercedes-Benz 26/120/180 PS Typ S beim Eröffnungsrennen der Fall war,
ist unstrittig. Die Geschichte vom abgekratzten weißen Lack, um ein
entscheidendes Kilo für die Starterlaubnis einzusparen, ist inzwischen
als spannendes Märchen bekannt. Fakt ist jedoch, dass der W25 in der
Farbe Silber an den Start ging und auch bereits im Training zum
Nürburgring-Rennen diese Farbe trug.
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| Silberpfeile im Mercedes-Museum |
Das
Internationale Eifelrennen war der erste Start und gleichzeitig der
erste Sieg für den neuen Mercedes-Benz Silberpfeil. Manfred von
Brauchitsch fuhr auf dem Nürburgring den W 25 mit einer
Durchschnittsgeschwindigkeit von 122,5 km/h ins Ziel und stellt damit
einen neuen Streckenrekord auf. 1934 hatte der W 25 an zehn großen
Rennen teilgenommen und belegte 5 mal den ersten und 4mal den zweiten
Platz. Die Technik und Motorleistung wurden ständig weiter entwickelt,
so dass der W25 C aus dem Jahr 1937 schließlich 646 PS und einen 5,66l
Motor hatte. Immer wieder wurden auch Geschwindigkeitsrekorde
gefahren. Zu diesem Zweck bekam der W 25 eine Stromlinienkarosse,
der Motor aus dem W 25 A wurde mit einem besonderen Treibstoffgemisch
betankt.
Insgesamt wurden von den Modellen W 25 A (1934), W 25 B (1935) und W25
C (1936) zehn Stück gebaut. Zwei Fahrzeuge sind heute im Mercedes
Benz-Museum zu bestaunen.
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| Der W 125 - die erfolgreiche Zwischenlösung |
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| Der Erfolgswagen W 125 |
Der
W 125 war das Ergebnis eines Überganges im Rennreglement. Nachdem die
geplante Einführung der 3-Liter-Formel für das Jahr 1937 um ein Jahr
verschoben worden war, entschloss sich Mercedes Benz zum Start mit dem
W 125, der bei 5,56 Litern eine Leistung von fast 600 PS hatte. Einer
Art Zwischenlösung, die sich als sehr erfolgreich herausstellen sollte.
Einer der wichtigsten Unterschiede zu seinem
Vorgänger W 25 waren der Rahmen und das Fahrgestell. Es wurde eine
Nickel-Chrom-Molybdän-Legierung verwand, die Gewicht und Steifigkeit
sicherte. Am 1. Februar 1937 wurde das erste W 125 Fahrgestell mit
der Nummer 166364/1 fertiggestellt. Die Motoren waren eine
Weiterentwicklung der Maschinen aus der W 25. Caracciola, Lang, und
Uhlenhaut testeten die ersten Kilometer in Monza - erfolgreich.
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Doppelsieg 1937 im W 125 mit Caracciola
und Lang in Italien |
In
den kommenden sechs Monaten holte das Mercedes-Team bei zwölf Starts
sieben Siege. Und das nicht nur in Europa: am 5. Juli 1937 ging es nach
Long Island auf den Roosevelt Kurs, wo der Vanderbilt Cup ausgetragen
wurde. Es war überhaupt erst das zweite Mal, dass Mercedes in den
USA Rennen fuhr. Es reichte für einen zweiten Platz durch Richard
Seaman. Schon damals war der amerikanische Markt für Mercedes Benz sehr
wichtig.
Daheim in Deutschland galt die Deutsche
Straßenmeisterschaft als die größte Rennfahrerauszeichnung. Bergrennen,
wie Schauinsland, und Grand Prixs, die der Große Preis von Deutschland,
wurden innerhalb eines Wettbewerbs addiert. Vielseitigkeit war gefragt.
Vom W 125 wurden elf Rennwagen gebaut. Durch
geschickte Verstecke gibt es heute noch gut erhaltene Exemplare, sowohl
in privater Hand als auch in Werkshand. Die Nummer 2 gehört keinem
Geringeren als Bernie Ecceslstone, dem Vermarkter der heutigen Formel
1. Er wird sich sicherlich über die Rückkehr der Silberpfeile freuen.
Die Wagen Nummer 5 und 6 stehen im Mercedes Museum, Nummer 11 im
Classic Center, Nummer 8 und 9 wurden bei Rennen zerstört. Und Nummer
10 begeistert die Besucher des Museums in Moulhouse. |
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| Der W 154 und die Jahre 1938 und 1939 |
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| Der W 154 aus dem Jahr 1939 |
Beschlossen
war das Projekt W 154 schon 1936, aber durch die Verschiebung der
Reglementneuordnung wurde der 3-Liter-Rennwagen schließlich erst im
März 1937 angegangen. Die Entwickler waren sich einig, dass durch die
geringere Motorleistung vor allem Verbesserungen an der Karosserie
hinsichtlich der Windschlüpferigkeit erarbeitet werden mußten.
Für die Motorbasis musste der V12 herhalten, der auf 3 Liter reduziert
und mit einem Kompressor aufgeladen wurde. Das Ergebnis: 2962 ccm
Hubraum mit zwei parallelen Roots- Kompressoren aufgeladen. So
erreichte der Motor 7800/min bei 420 PS. Der Motor war leichter als der
des W 125, hatte aber den Nachteil, dass er extrem durstig war.
Anfängliche Faustformel: 1 Liter pro Kilometer! Hinzu kam, dass durch
die größeren Tanks anfänglich die Balance fehlte, was den Fahrern nicht
besonders gefiel beim Ritt im "Pulverfass".
Mitte März 1938 war das erste Auto fertig und es ging auf die
Teststrecke nach Monza. Knapp einen Monat später am 10. April fand der
erste Renneinsatz beim Grand Prix in Frankreich statt. Schon in Pau
wurde das Problem deutlich - die Konkurrenten fuhren, während Mercedes
tankte. So verdrängte Fahrer Dreyfuss in einem Delahaye Mercedes mit
einem Rückstand von 2 min. auf den 2. Platz.
Zum
nächsten Rennen ging es nach Tripolis. Dort durfte jede Marke nur 3
Werksauto einsetzten. Mercedes versuchte mit einem kleinen Trick auch
den 4. Wagen starten zu lassen. Sie lackierten den Wagen von Seaman in
British Racing Green um, um den Anschein zu erwecken, es wäre ein
Privatwagen. In dieser Saison wurden die Wagen erstmals
gekennzeichnet, zuerst mit Farben, später mit Startnummern. Der Versuch
flog auf und ausschließlich Lang, von Brauchitsch und Caracciola
konnten an den Start gehen. Und sie stellten auch direkt das Siegertrio
mit Gewinner Hermann Lang. Wie heute auch wurden damals die Rennwagen
stets weiterentwickelt: andere Lufteinlässe, kleine Veränderung an der
Karosserie oder Reifenverbesserungen wurden in Angriff genommen. Reifen
kamen damals von der Firma Continental. Mit unterschiedliche
Reifengrößen und Übersetzungen hatte man 70 unterschiedliche
Möglichkeiten das Auto einzustellen. Aus heutiger Sicht phänomenale
Möglichkeiten.
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GP von Deutschland, 1938
Richard Seaman im W 154
beim Tanken + Reifenwechsel. |
Am
24. Juli 1938 war der GP von Deutschland auf dem Nürburgring. Seaman,
der noch in Tripolis auf der Ersatzbank saß, gewann im Mercedes. Das
gefiel den Nationalsozialisten nicht sonderlich - ein Engländer in
einem deutschen Wagen auf einer deutschen Rennstrecke. Auch in Seamans
Heimat wurde Kritik an der Arbeit in Deutschland laut. Nur ein Jahr
später begann der Zweite Weltkrieg. Seaman gewann am
Nürburgring mit einem Schnitt von 130 km/h auf der damaligen 22,8 km
langen Nordschleife. Nur wer den Nürburgring kennt und heute schon
einmal eine Zeit um die 10 min. gefahren ist, kann diese Leistung
ermessen.
Das
Jahr 1939 ist geprägt von einem sehr hohen Entwicklungsdruck, dem
Tod von Seaman in Spa und dem Kriegsbeginn. Der extrem leistungsstarke
Motor und Spritfresser wurdein Angriff genommen. Die Ingenieure waren
der Meinung, dass durch das Hintereinanderschalten der Kompressoren die
Effizients erheblich gesteigert werden könnte. Andere Vergaser mit
besserem Mischverhältnis und Veränderungen an der Kurbelwelle und den
Pleuelstangen sorgten dafür, dass 483 PS bei 7800/min die Leistung für
das Jahr 1939 waren. Dazu kamen 90 kg Gewichtseinsparung. Den
Spritverbrauch bekam man allerding nicht in den Griff.
Während
Mercedes 1938 noch Zusatztanks noch 340 Liter hatte, waren es
1939 schon 400 Liter. Die Tanks waren aber verschieden eingebaut,
so dass Karosserieveränderungen - wie das Kurzheck - möglich waren. Für
die damals populär werdenden Bergrennen wurden die Autos mit leichteren
Bremsen und ohne Kühler für eine flachere Frontpartie umgerüstet. Dort
wurden teilweise auch Zwillingsreifen eingesetzt.
Am
25. Juni fand der GP von Belgien statt. Seaman, der junge
Engländer im deutschen Mercedes-Team lag in Führung, als er in der 22
Runde mit ca. 225km/h von der Strecke abkam und in die Bäume einschlug.
Das Auto fing sofort Feuer und Seaman kam mit schweren
Brandverletzungen ins Krankenhaus, wo er am nächsten Tag verstarb.
John
Richard Beattie Seaman war das erste Todesopfer im Mercedes-Team.
Schlagartig wurde dem Team um Alfred Neubauer die ständige Gefahr
erneut bewusst. Alle mussten damit klarkommen, dass der Tode zum
Rennsport jener Tage dazugehörte. Bei der Beerdigung kurz vor
Kriegsausbruch waren alle Kollegen und Rennsportkonkurrenten dabei.
Beim GP von Frankreich stand ein W 154 mit Seamanns Startnummer mit
leerem Fahresitz in der Boxengasse.
Seit 1938
fanden jährlich zwei Rennen auf dem Eifelkurs statt: der GP von
Deutschland und das neue Eifelrennen. Die Nationalsozialisten wollten
kurz vor Kriegsbeginn beim GP noch einmal die die
Propagandamaschienerie nutzen. Lang startete vom ersten Startplatz
und fuhr in der ersten Runde einen Vorsprung von 27,3 sec.
heraus, fiel aber kurz danach aus. Sein Teamkollege Caracciola gewann
schließlich zum 6. Mal den GP von Deutschland.
Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges war der Motorsport am Ende. In
sechs Jahren hatte Mercedes an 57 Rennen teilgenommen und war 33 mal
Erster, 27 mal Zweiter und 17 mal Dritter geworden. Das war eine Quote
von mehr als 50%. Das Team um Rennleiter Neubauer hatte aus Helden der
damaligen Zeit bestanden. Nun musste es sich auflösen. Neubauer
versuchte noch die Autos zu verstecken, ahnte aber nicht, welches
Ausmaß der Krieg nehmen würde. So war Osteuropa war das falsche
Versteck und der Verbleib eineiger Wagen ist ungewiss. Vom W 154 wurden
in unterschiedlichen Entwicklungsstufen 15 Autos gebaut. Davon 13 im
Jahr 1938, einer im Jahr 1939 und ein weiterer im Jahr 1950. Man kann
ihre Entwicklungsstufe an den unterschiedlichen Kühlregrills und den
verschiedenen Lufteinlassschlitzen an der Motorhabe gut erkennen. |
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| Der W 165 - der "Rachetyp" |
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| Der W 165 aus dem Jahr 1939 |
Die Geschichte des W 165 ist eine kurze, aber erfolgreiche. Während
Mercedes Rennsportsiege über Rennsportsiege feierte, wuchs bei den
anderen Herstellern der Frust ob dieser Überlegenheit. Die deutschen
Teams Mercedes und Auto Union nutzten das Reglemet optimal und besaßen
lieferten ein unschlagbares Gesamtpaket aus Ingenieurskunst, Fahrern
und einem Management, das den Engländern und Italienern haushoch
überlegen war. Diese ersannen "Rache": kurz nach dem GP von Italien
1938 gab der italienische Verband bekannt, dass das nationale Reglement
für die Saison 1939 nur 1,5 Liter Autos vorsehen würde. Und das würde
auch für die Rennen in Tripolis gelten. Der Hintergrund dieser
Entscheidung: der große Teil der Rennfahrer in Frankreich, Italien und
England startete hauptsächlich in privaten Teams in 1,5 Liter-Wagen,
weil die finanziellen Mittel beschränkt waren.
Für Mercedes und Auto Union schien es unmöglich, in acht Monaten einen
komplett neuen Motor herzustellen. Doch nach einer Konferenz in
Stuttgart mit Neubauer und seinem Team war die Entscheidung
gefallen: "Wir zeigen es denen". Auch wenn di Chancen eher gering
waren, startete das Projekt unter größter Geheimhaltung.

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| Tripolis 1939 - Doppelsieg für Mercedes |
Am
4. April 1939 war der Motor fertig und wurde der Öffentlichkeit
vorgestellt. Ein Schock ging durch die Motorsportgemeinde. Das konnte
doch nicht möflich sein. In Hockenheim wurde der erste Test gemacht.
Auto Union- Chef Sebastian gratulierte dem deutschen Gegner und
bekundetete seinen Respekt. Drei Tage vor dem Nennungsschluß
wurden 2 Autos für Tripolis gemeldet, am Steuer Caracciola und Lang.
Das Auto war etwas kleiner als der W 154. Der V8-Motor besaß 1495 ccm
Hubraum und eine Leistung von 260PS bei 8500/min, Gesamtgewicht 890kg
und ein Tankinhalt von 250 Litern. Zwei parallel geschaltetet
Roots-Kompressoren arbeiteten im W 165 genauso, wie beim W154.
Herrmann Lang gewann vor Caracciola. Noch wichtiger als der Doppelsieg
war jedoch der Respekt und die Anerkennung der Gegener und der
internationalen Presse. Am 21. Mai 1939 fuhren Lang und Caracciola auf
dem Nürburgring die letzte Demonstrationsrunde mit dem W 165.
Danach waren die Wagen im Renngeschehen nicht mehr zu sehen. Heute
stehen die zwei "Rachetypen" im Mercedes Benz Museum. |
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| Der W 196 - Wiederaufbau in Deutschland und im Rennsport |

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| W 196 Stromlinie |
Das Mercedes-Werksgelände und die Zentrale in Untertürkheim sahen aus wie weite Teile der Republik: zerbombt. Erst nach und nach kehrten die ehemaligen Mitarbeiter aus dem Krieg zurück. Unter den Rückkehrern auch Rennleiter Alfred Neubauer, Konstrukteur Rudolf Uhlenhaut und Fahrer Hermann Lang. Der Aufbau der ehemaligen Rennabteilung begann umgehend. Alfred Neubauer holte sich die Genehmigung vom Vorstand und wandelte die Rennwagenabteilung in die dringend benötigte Reparaturwerkstatt um. Ziel der Aktion: die Menschen sollten wieder in Arbeit und Brot stehen und alle Vorbereitungen treffen, damit wieder Rennen gefahren werden konnten.
Zwei W 154 waren noch da, zwei weitere konnte Neubauer nach den Kriegswirren in Berlin kaufen. Die zwei Wagen aus Berlin waren in einem brauchbaren Zustand, die beiden aus dem Werk waren wenigstens noch zum Ausschlachten geeignet. Aus den alten Teilen entstand die Nr. 16 des W 154, Baujahr 1950. Parallel verhandelten Neubauer und Uhlenhaut mit dem Vorstand über die Rückkehr zum Rennsport. 1951 war es dann soweit: beim Großen Preis von Argentiniern waren die Mercedes Silberpfeile wieder zurück auf der Rennstrecke. Dort begann auch die erfolgreiche Partnerschaft zwischen Juan Manuel Fangio und Mercedes. Den argentinischen Fahrer hatte man sich kurzfristig bei Alfa Romeo ausgeliehen. Gonzales gewann das Rennen, Hermann Lang wurde auf Anhieb Zweiter und Fangio belegte Platz drei. Der Grundstein für beispiellos erfolgreiche Rennsportjahre. Auf den Vorkriegshelden Caracciola folgte der Nachkriegsheld Fangio.
Nun begann auch die Zeit des Rennsportwagens 300 SL, der das Kürzel W 194 erhielt und als Prototyp ein Entwicklungsschritt hin zum W 196 war. Mit dem W 196 sollten ab 1954 wieder GPs bestritten werden. Die 300 SL-Modelle gab es als Roadster und Coupe, sie wurden bei der Mille Miglia, dem Großen Preis von Bern, den 24 Stunden von Le Mans, beim Großer Jubiläumspreis auf dem Nürburgring und bei der Carrera Panamericana eingesetzt. Die meisten Starts waren mit den Roadstern, weil die Fahrer die Hitze in den Coupes kaum aushielten. Das war auch der Grund, warum der W 196 offen konstruiert wurde. Für das Jahr 1954 waren 2,5 Liter Formel Autos geplant und die Testphase des W 196 begann 1953. In der Saison 1954 und 1955 wurden alle Rennwagen unter dem Kürzel W 196 eingesetzt, egal ob es sich um die geschlossene Stromlinienvariante oder offene Rennwagen handelte. Und dann gab es auch noch den 300 SLR, der das Kürzel W196 S hatte und die Sportwagenmeisterschaft 1955 gewann.
Für die Formelserie gab es 750 ccm für aufgeladene und 2,5 Liter für nicht aufgeladene Motoren. Aus Vernunft und wegen der Haltbarkeit entschied man sich für die 2,5 l Variante und mobilisierte alle Kräfte bei Mercedes, um die Entwicklung voran zu treiben. Man entschied sich für 2 Reihenvierzylinder, wobei die Leistung in der Mitte abgenommen wurde. Dadurch gab es zwei Kurbelwellen und weniger Vibrationen. Die Antriebswelle wurde verändert, so dass sie nun seitlich am Fahrersitz vorbei führte, was den Schwerpunkt verbesserte und damit das gesamte Fahrverhalten. An dem Motor testete man eine Veränderung: die desmodromische Ventilsteuerung, eine Entwicklung aus dem Jahre 1914 von Delage. Sie erwies sich aber als so problematisch, dass man bei der Ventilsteuerung durch Nocken und Federn blieb. Mit der Firma Bosch wurde die Direkteinspritzung entwickelt, die schon beim 300 SL erfolgreich getestet worden war. Mit entsprechender Leistungssteigerung wurde sie in den W 196 eingebaut. Genau wie beim 300 SL wurde auch beim W 196 ein Gitterrohrrahmen verwendet, der leicht und trotzdem stabil war. Wichtig vor allem für die Stromlinie auf den Höchstgeschwindigkeitskursen in Europa.

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| Großer Preis von Reims 1954 |
Am 4. Juli 1954 wurden die Stromlinien in Reims in Frankreich erstmals vorgestellt. Eine aerodynamische Sensation, im Bezug auf das Design sicherlich einer der schönsten Silberpfeil aller Zeiten. Mit Fangio, Kling und Herrmann war auch die nächste Fahrergeneration am Start. Fangio hatte den Weltmeistertitel bereits fest im Blick. Gemeinsam mit Kling fuhr er einen Doppelsieg nach Hause. Trotz der Siege war die Stromlinie nicht optimal: 100 kg mehr Gewicht als die Konkurrenz und Reifen, die bei Nässe das Untersteuern förderten und die Beschleunigung aus den Ecken vermissen ließen. Damit war klar: die Alternative war ein offener Rennwagen. Am 5. September 1954 in Italien auf dem Hochgeschwindigkeitskurs war das Mercedes-Rennteam mit der Performance der Stromlinie nicht zufrieden und schickte Kling und Fangio mit der offenen Version noch einmal auf die Strecke. Mit dem Ergebnis, dass beide Fahrer mit der offenen Version 2 sec.schneller waren. Also war die Entscheidung gefallen: Fangio und Kling fuhren Stromlinie und Hans Herrmann offen. Fangio gewann, Herrmann wurde Vierter.
Trotz einiger abgesagter Veranstaltungen nach dem fürchterlichen Unfall in Le Mans 1955 gehörte diese Saison für Mercedes zu den erfolgreichsten. Am 11. September 1955 in Monza gewann Fangio in der Stromlinie. Im Jahr zuvor auf dem Nürburgring hatte er im W 196 mit 9 min 50,1 sec. einen neuen Rundenrekord aufgestellt. 1955 zog sich Mercedes aus dem Renngeschehen zurück. Nach 55 Jahren beginnt nun eine neue Zeitrechnung im Mercedes-Rennsport, zumindest mit dem Teamnamen Mercedes GP und einem deutschen Fahrerduo. Mal sehen wie groß die Reifenspuren der Silberpfeilpiloten sind. |
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