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Juan Manuel Fangio, Stirling Moss, Karl
Kling -- klingende Namen berühmter Männer, die Mitte der Fünfziger
Jahre des letzten Jahrhunderts Rennsport-Geschichte schrieben -
am Steuer eines der erfolgreichsten Rennsportwagen aller Zeiten
- dem Mercedes-Benz 300 SLR. 1955 fuhr der Silberpfeil mit acht
Zylindern, 2982 Kubikzentimeter Hubraum, bis zu 310 PS und
über 300 km/h Höchstgeschwindigkeit bei
allen Straßenrennen mit Rang und Namen als Erster über die
Ziellinie. Siege bei der Mille Miglia, der Targa Florio, der Tourist
Trophy, dem Eifelrennen und dem Grand Prix von Schweden ließen
den 300 SLR
zur Legende werden.
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| Renngespräche zwischen Moss, Cooper
und Uhlenhaut (von links) |
Schon
die erste Bewährungsprobe bei der Mille Miglia Anfang Mai 1955
wurde zum Doppeltriumph. Am Start der rund 1600 Kilometer Dauerstrapaze
für Mensch und Technik standen Juan Manuel Fangio, Stirling Moss,
Karl Kling und Hans Herrmann in den vier neuen Mercedes-Benz 300
SLR Rennsportwagen, die in Italien ihre Premiere feiern sollten.
"Es wird ein Rennen der Rekorde", versprach der damalige Mercedes-Rennleiter
Alfred Neubauer, und der 25-jährige Stirling
Moss, der in dieser Saison zum ersten Mal für die Marke mit dem
Stern fuhr, rief entschlossen "I'll win". Beide behielten Recht.
Bereits auf dem ersten Teilstück zwischen Brescia und
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| Moss/ Jenkinson bei der Mille Miglia
1955 |
Verona
kam Hans Herrmann auf ein Durchschnittstempo von 192,23 km/h
und beim Zwischenstopp in Rom lag der junge
Stirling Moss in Führung. Kling musste leider wegen eines Unfalls
aufgeben und Herrmann blieb kurz hinter Florenz mit einem defekten
Benzintank liegen. Doch "Moss ist einfach nicht zu fassen", wie
Alfred Neubauer kommentierte: "Er riskiert Kopf und Kragen ... besitzt
ein Löwenherz." So spulte der Brite
am Steuer des 300 SLR mit der Startnummer 722 die letzten Kilometer
bis zum Ziel präzise ab und gewann das 1000-Meilen-Rennen in
der Rekordzeit von zehn Stunden, sieben Minuten und 48 Sekunden.
Mit 157,65 km/h Durchschnittstempo fuhren
Stirling Moss und Beifahrer
Denis Jenkinson die schnellste Mille Miglia aller Zeiten.
Zweiter wurde Juan Manuel
Fangio. Ein grandioser Doppelsieg für Mercedes-Benz und den neuen
300 SLR, der mit vier weiteren Doppelsiegen beim Eifelrennen auf
dem Nürburgring, beim GP von Schweden, der Tourist Trophy Nordirland
und bei der Targa Florio zum erfolgreichsten Rennwagen Rennsportwagen
der Saison wurde.
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| 300 SLR Rennsport Coupé |
Bei der Entwicklung des erfolgreichen Rennsportwagens
stand ein Mercedes-Modell Pate, das 1952 erstmals bei der Mille
Miglia an den Start gegangen war und dessen Straßenversion im Februar
1954 Premiere feierte: der 300 SL mit den markanten Flügeltüren.
Trotz der Übernahme des Basiskonzeptes des 300 SL mit dem leichten,
aber hochstabilen Stahlrohrrahmen unter der Aluminiumkarosserie,
unterschied sich der 300 SLR in vielen Einzelheiten: Er ging beispielsweise
mit Fünfganggetriebe, 16-Zoll-Rädern und größer dimensionierten
Bremsen an den Start. Vor allem aber bot der Rennsportwagen wesentlich
mehr Leistung als sein "kleiner Bruder"
SL. Dafür sorgte ein Achtzylindermotor mit Benzindirekteinspritzung
und Doppelzündung, der im Wesentlichen aus dem Formel-1-Rennwagen
des Jahres 1954 stammte.
Dieser intern "W 196 R" genannte Silberpfeil
hatte in zwei offenen Karosserieversionen, dem "Monoposto" und der
"Stromlinie", bei internationalen Läufen zahlreiche Siege eingefahren:
so beim
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| Uhlenhauts Werk |
Großen
Preis von Frankreich, auf dem Nürburgring, beim Großen Preis von
Italien, auf der Avus in Berlin sowie beim Großen Preis von Argentinien.
Für den 300 SLR Rennsportwagen wurde der Hubraum des Formel-1-Achtzylinders
von 2,5 Liter auf 3,0 Liter vergrößert. Dadurch stieg die Leistung
je nach Saugrohr auf bis zu 310 PS bei 7400/min. 317 Newtonmeter
maximales Drehmoment bei 5950/min garantierten souveräne Durchzugskraft.
Der mächtige Motor wurde im Winkel von 33 Grad in Längsrichtung
liegend in den Vorderwagen eingebaut und mit einem hochoktanigen
Kraftstoffgemisch aus bleiarmem Benzin (65 Prozent) und Benzol (35
Prozent) versorgt -- bei manchen Rennen sorgte zusätzlich Alkohol
für eine noch höhere Leistungsausbeute. Doch bei den Langstrecken-Straßenrennen
wie Mille Miglia, Tourist Trophy oder Targa Florio entschied nicht
allein der schnelle Vortrieb über Sieg oder
Niederlage, sondern auch und vor allem die Zuverlässigkeit des Materials,
das dem 300 SLR zu einem sagenhaften Ruf verhalf: Motor,
Fahrwerk und Karosserie des Silberpfeils galten praktisch als unverwüstlich.
"Die Ausdauer des Wagens ist schier unglaublich", gab Peter Collins
im Oktober 1955 nach dem Sieg der Targa Florio zu Protokoll. "Dieses
hoch entwickelte Sportgerät ist wie ein Panzer gebaut, dabei reaktionsschnell
wie eine Dschungelkatze. Eine fabelhafte Leistung auf dem Gebiet
der Automobilkonstruktion."
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| Konstruktionspläne für das
Uhlenhaut-Coupé |
Doch nicht nur auf den Rennstrecken dieser Welt war der 300 SLR
zu Hause. Auf Basis des erfolgreichen Rennwagens konstruierte Rudolf
Uhlenhaut (1906-1989), der damalige Pkw-Versuchschef und Leiter
der Rennwagen-Entwicklung von Mercedes-Benz, eine straßentaugliche
300 SLR-Coupé-Version. Der technische Vater der Silberpfeile war
seit 1949 Oberingenieur und Chef des Pkw-Versuchs - ein Ingenieur
mit Benzin im Blut, der überdies auch perfekt Autofahren konnte.
1954 beispielsweise unterbot er auf dem Hockenheimring bei Testfahrten
zur Fahrwerkserprobung mit dem Formel-Rennwagen die Bestzeit Fangios
um 3,5 Sekunden. Eine Teilnahme bei Rennen kam jedoch für Uhlenhaut
nicht in Frage. Er war ein Mann, der das Geschehen neben der Strecke
beherrschte und hier nicht selten neben fachlichem Können ebenso
perfektes Improvisationstalent bewies, wie bei der Carrera Panamericana
im Jahre
1952. Mercedes-Fahrer John Cooper Fitch hatte sich bei Rudolf Uhlenhaut
beklagt, dass er beim Abbremsen des 300 SL zu viel Kraft aufwenden
müsse. Uhlenhaut reagierte sofort: Er kroch unter einen Service-Lkw,
baute dessen Bremskraftverstärker aus und anschließend in den SL
wieder ein. Sehr zur Freude von Fitch.
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| Uhlenhaut in "seinem"
SLR |
Als
Mitte 1951 die Entscheidung für einen neuen Mercedes-Straßensportwagen
getroffen wurde, gab Rudolf Uhlenhaut entscheidende Impulse, um
das mit dem Kürzel SL -- "sportlich" und "leicht" -- verbundene
Ziel zu erreichen: Er konstruierte den aus filigranen Stahlprofilen
zusammengeschweißten Gitterrohrrahmen, der Motor, Getriebe und Achsen
trug. Dabei griff er auf eine eigene bewährte Erfindung zurück,
die sich buchstäblich wie ein tragendes Gerüst durch die Rennsporthistorie
zieht: Uhlenhaut, an den Erfolgen der Silberpfeile in den Jahren
1937 bis 1939 wesentlich beteiligt, hatte
bereits unmittelbar nach dem Krieg kleinere Rennwagen mit Heckmotor
entworfen, wobei er einen breiten Rohrrahmen verwendete, dessen
Zentrum in einer stabilen
Dreieckskonstruktion vor dem Cockpit zusammenlief. Dabei machten
die Ingenieure um Uhlenhaut aus anfänglicher Not schnell eine Tugend:
Da der "dreidimensionale Stahlrohrrahmen" an den Unterseiten der
Türen mehr Platz benötigte als frühere Konstruktionen, war es notwendig,
den Einstieg weiter nach oben zu verlegen. Herkömmliche Türen kamen
dafür nicht in Frage. Stattdessen befestigte man die Scharniere
am Dach und ließ die Türen nach oben aufschwingen -- die legendären
"Flügeltüren" waren erfunden. Auf seine probate Rahmentechnik griff
Rudolf Uhlenhaut auch beim 300 SLR zurück, denn sie erwies sich
nicht nur als stabil und sicher, sondern war zudem auch extrem leicht.
Das Stahlrohrgerüst war nur 50 Kilogramm schwer -- der komplett
zweisitzige Rennsportwagen brachte in der Mille-Miglia-Version von
1955 rund 900 Kilogramm auf die Waage, wobei
allein der Motor 234 Kilogramm
wog. Um die Motorhaube
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| Tourist
Trophy 1955 |
möglichst
flach und damit die Aerodynamik günstig zu halten, wurde der Achtzylindermotor
um seine Längsachse gedreht. Die technisch clevere Lösung brachte
allerdings gewisse Unbequemlichkeiten für die Fahrer mit sich: Die
Kardanwelle verlief von der Kupplung schräg unter dem Fahrersitz
hindurch zum Getriebe, das sich hinter der Hinterachse befand. Mit
der Folge, dass der Fahrer mit gespreizten Beinen die Pedale bediente,
rechts Gas und Bremse, links das Kupplungspedal. Die Piloten gewöhnten
sich bald daran -- schnelle Rundenzeiten waren wichtiger als Komfort.
Im Umkehrschluss wurden spezielle Bremshilfen entwickelt. Neben
einer für den Notfall bestimmten Antiblockier-Hilfe mittels Öleinspritzung
auf die Bremsflächen und dem hydraulischen Bremskraftverstärker
trat Mercedes-Benz beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans im Juni 1955
mit einer pfiffigen Detaillösung ins Renngeschehen ein: einer mittels
Hydraulikpumpe aufstellbaren Luftbremse im Heck des 300 SLR. Der
Leichtmetallflügel sorgte mit einer Fläche von 0,7 Quadratmetern
für beachtliche Bremsverzögerungen und wirkte sich zudem positiv
auf die Fahrstabilität in Kurven aus.
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| Siegesfreude
beim Eifelrennen 1955 |
Die
für Mercedes-Benz so erfolgreiche Saison 1955 wurde beim 24-Stunden-Rennen
von Le Mans Mitte des Jahres von einem tragischen Unglück überschattet.
Neben der Boxengasse wurde ein 300 SLR von der Strecke abgedrängt
und raste in eine der Zuschauertribünen. 81 Menschen starben --
eine schreckliche Katastrophe. Mercedes-Benz beorderte daraufhin
alle Wagen an die Boxen und schied aus dem Rennen aus. Trotz des
tragischen Unfalls waren die SLR-Rennsportwagen beim letzten großen
Rennen der Saison 1955, dem Grand Prix von Schweden, wieder am Start.
Neben dem Sieg von Juan Manuel Fangio sorgte der neue "Dienstwagen"
von Rudolf Uhlenhaut neben der Strecke für Aufsehen. Zum ersten
Mal präsentierte der Ingenieur sein "Uhlenhaut-Coupé",
in dem sich das Design und die Technik des seit 1954 produzierten
Flügeltürers 300 SL mit dem erfolgreichen Rennsportwagen 300 SLR
verband.
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| Der SLR als Prototyp |
Angespornt
von den Erfolgen des Jahres 1955 hatte sich der Stuttgarter Ingenieur
zwischen den Rennen Gedanken gemacht, den offenen 300 SLR Rennsportwagen
für künftige Langstreckenwettbewerbe mit einer geschlossenen Fahrerkabine
auszustatten. Das Ergebnis stand jetzt auf den Rädern -- ein faszinierendes
Coupé mit der Technik des Rennsportwagens, den Flügeltüren des 300
SL und Fahrleistungen, die bis dato kein anderer Straßensportwagen
erreichte: 290 km/h schnell war der Zweisitzer um vier Uhr morgens
auf der abgesperrten Autobahn nahe München bei einer Testfahrt der
"Automobil Revue" gestoppt. "Wir fahren in einem Wagen, der die
Fahrzeuge des übrigen Verkehrs in gut einer Sekunde überholt, in
dem 200 km/h auf verkehrsarmer Autobahn ein Bummeltempo sind --
ein Wagen, dessen Kurvensicherheit den Gesetzen der Fliehkraft zu
spotten scheint", notierten die Tester nach insgesamt 3500 Testkilometern.
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| Der SLR als Prototyp |
Die
schwungvolle Karosserie mit ihrer lang gestreckten Kühlerhaube,
die markanten und voluminösen seitlichen Auspuffrohre, die Entlüftungsschlitze
und die Drahtspeichenräder und die elegante Fahrerkabine mit der
gerundeten Panoramascheibe gaben dem "schnellen Reisewagen", wie
Rudolf Uhlenhaut seine automobile Kreation nannte, ein unverkennbares
Aussehen. Hinzu kam die enorme Kraft des Reisegefährts: bei
einem Gewicht von 1117 Kilogramm und 310 PS beschleunigte das "Uhlenhaut-Coupé"
auf eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 290 km/h (Werksangabe:
284 km/h). Damit war der Zweisitzer das schnellste Automobil, das
seinerzeit für öffentliche Straßen zugelassen war -- und "eines
der aufregendsten Autos, die jemals von Mercedes-Benz
gebaut wurden”, wie Motorsport-Experte Karl Ludvigsen später kommentierte.
Für
die Außenhaut der Coupés verwendeten die Stuttgarter Ingenieure
Elektron, ein leicht zu verarbeitendes Magnesiumblech, das noch
leichter als Aluminium ist. Die Fahrerkabine glich einem Flugzeugcockpit,
die halbrunde
Scheibe leistete wenig Luftwiderstand. Wie beim 300 SLR Rennsportwagen
wurde der Motor des Uhlenhaut-Coupés um seine Längsachse gedreht,
so dass auch hier der Fahrer mit gespreizten Beinen hinter dem Lenkrad
saß. Die wuchtigen Bremstrommeln auf den Antriebsachsen rückten
weiter nach innen, um die Einwirkungen der Straße auf diese ungefederten
Massen gering zu halten. Uneingeweihte kapitulierten, wenn sie die
Heckklappe öffnen wollten, denn als Hebel diente das unscheinbare
D-Schild. Unter der langen Motorhaube arbeitete das Achtzylinder-Triebwerk
des Rennsportwagens. Bei 5950/min stellte es sein maximales Drehmoment
von 317 Newtonmetern zur Verfügung,
bei 7400/min wurde die
Spitzenleistung von 310 PS erreicht.
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| Legenden-Treffen |
Das
SLR-Coupé ging jedoch nie in Serie. Die Tester der "Automobil
Revue" bedauerten nach dem Test, dass dies ein Sportwagen war,
"den man nie kaufen kann, und den kein Durchschnittsfahrer auch
je kaufen würde". Die Zeit schien nicht reif für einen solch
kernigen Gran Turismo. Und auch im Rennsport konnte das Coupé
nicht die Erfolgsserie der Rennboliden fortsetzen. Denn nach dem
erfolgreichen Saisonabschluss bei der Targa Florio mit den Teams
Stirling Moss/Peter Collins und Juan Manuel Fangio/Karl Kling auf
den ersten beiden Plätzen, beschloss der Daimler-Benz-Vorstand den
Abschied vom Rennsport. Es war nicht geplant, auf dem Höhepunkt
des Erfolges auszusteigen.
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| Tradition, Eleganz und Technik
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Doch
die Umstände, die zum Rückzug führten, ließen sich festmachen. Zum
einen sagte die mexikanische Regierung
aus Sicherheitsgründen die Carrera Panamericana für 1956 ab, zum
anderen saß der Schock des tragischen Unglücks von Le Mans am 11.
Juni 1955 noch tief. Eine Besinnungspause in Sachen Motorsport erschien
deshalb angebracht. Dass sie Jahrzehnte andauern würde, konnte damals
noch niemand ahnen. Rudolf Uhlenhaut trug seine persönliche Betroffenheit
über den Abschied seiner Firma vom internationalen Renngeschehen
nicht nach außen und gab sich gewohnt entschlossen. Sein Coupé über
die Zeiten zu retten, gelang ihm dennoch nicht:
Die Wartezeit auf ein Mercedes-Comeback im Motorsport war
zu lang. Der "schnelle Reisewagen" geriet langsam in Vergessenheit
und blieb dennoch einer der herausragenden Höhepunkte in der
Geschichte der Supersportwagen von Mercedes-Benz, mit dem Fachleute
und Motorsportfreunde technische Spitzenleistungen in allen Disziplinen,
Fahrspaß und Zuverlässigkeit verbinden.
Das
"Uhlenhaut-Coupé" - eine fast vergessene Rennsportlegende,
die vierzehn Jahre nach dem Tod des Konstrukteurs und Vollblut-Motorsportliebhabers
ihre Fortsetzung finden
soll. Mit
dem neuen Mercedes-Benz SLR McLaren,
der auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt
im September 2003 präsentiert wurde, soll an den Mythos SLR
und die Leidenschaft für Supersportwagen
von Mercedes-Be angeknüpft werden. Mit SLR-typischen
Stilelementen in moderner Interpretation und Design-Details der
aktuelle Formel 1-Silberpfeile der Saison 2003 soll der Grand Turismo
für das 21. Jahrhundert zwischen Tradition und Zukunft schlagen
- ebenso wie das SLR Coupé, das in den 50er Jahren des 20.
Jahrhunderts modernste Rennsporttechnik auf die Straße übertrug.
Auf der Grundlage der erfolgreichen Zusammenarbeit
von Mercedes-Benz und MC Laren im Rahmen der Formel 1 entstand ein
Automobil mit besonderem Charisma -- eine in jeder Beziehung eindrucksvolle
Mercedes-Synthese aus
Legende und Innovation. Ein Beispiel für den Know-how-Transfer von
der Formel 1 in die Sportwagen-Entwicklung ist der Serieneinsatz
hochwertiger Kohlefaserverbund-Werkstoffe
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| Generationstreffen |
Carbonfiber)
für die Herstellung von Chassis und
Karosserie, die so ein bisher bei Straßenfahrzeugen nicht erreichtes
Niveau in puncto Steifigkeit
und Festigkeit erreichen. Ebenso setzt der neue SLR neue Maßstäbe
in puncto Insassensicherheit und Bremssystem.Unter der Motorhaube
knüpft
ein von Mercedes-AMG entwickeltes
V8-Triebwerk mit modernster Kompressortechnologie, das souveräne
Drehmoment-
und Leistungsentfaltung garantieren soll, an die beeindruckende
Kraftentwicklung des legendären Vorgängers an.
In Anlehnung an die große Historie
der SLR-Ahnen
bei der Mille Miglia startete der neue Hochleistungs-Sportwagen
von Mercedes-Benz seine offizielle Premierenfahrt zur Internationalen
Automobil-Ausstellung am 9. September 2003 in der norditalienischen
Stadt Brescia, wo vor 48 Jahren der SLR-Mythos begründet wurde.
Von der berühmten Piazza della Vittoria in Brescia aus führte
die Strecke jedoch nicht über die 1000 Meilen über Rom
zurück nach Brescia, sondern zur IAA-Weltpremiere in die Festhalle
in Frankfurt/Main. Am Steuer - Formel 1-Star Kimi Räikkönen,
der am Start in Brescia von Mille Miglia-Streckenrekordhalter Sir
Stirling Moss begleitet wurde, der 1955 den legendären Sieg
mit einem 300 SLR bei der Mille Miglia holte.
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| Widmung Moss an "seinen" 300
SLR |
Zwei
Jahre später - im Mai 2005 - stand der Mythos 300 SLR und sein
Fahrer Sir Stirling Moss erneut bei der Mille Miglia im Rampenlicht,
allerdings dieses Mal ohne den Nachfolger. 50 Jahre nach seinem
legendären Mille Miglia Sieg auf dem Mercedes-Benz 300 SLR mit der
Starnummer 722 fuhr das Renn-As unter großem Beifall den Wagen um
21.40 Uhr von der Startrampe und übergab nach einer Ehrenrunde durch
Bresia den Platz auf dem Fahrersitz an Jochen Mass. Bei der vorangegangenen
Fahrzeugabnahme am 19. Mai 2005 um 14.00 Uhr hatte Moss den Wagen
oben links auf der Motorhaube signiert: „We did it to together,
many thanks and affection. Ciao, Stirling Moss“ (Wir haben es zusammen
geschafft, mit großem Dank und Zuneigung, Ciao, Stirling Moss).
Ob der neue SLR in den großen Reifenspuren seines erfolgreichen
Vorgängers auf der Erfolgsstraße fahren wird, wird sich
in den nächsten Monaten zeigen. Ob er das Zeug zur Legende
hat, erst in den nächsten Jahrzehnten.
Michaela Schloemann
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