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Ennstal-Classic 2000 | Das Festival der Rennlegenden 1999 | Rain in paradise 1999 | Reiseroute Ennstal


Ennstal-Classic 1999

Das Festival der Rennlegenden

Die Rennsportwelt trifft sich in der Steiermark

Zum siebten Mal wurde die Ennstal Classic ausgetragen, zum siebten Mal war er dabei: Stirling Moss. Die "britische Renn-Ikone", wie ihn eine Zeitung von der Insel nannte, gehört zu den Stammgästen in der Steiermark, wenn beim Bergprolog am Hausberg Stoderzinken die Startflagge zur Ennstal Classic fällt. Nur wenige Tage nach dem Zieleinlauf am Samstag, den 4. September 1999 wurde Moss 70 Jahre alt. Grund genug also, die siebte Auflage der Ennstal Classic unter das Motto "Stirling Moss-Festival" zu stellen.

Auch David Coulthard nutzte wie schon vor zwei Jahren die Zeit zwischen dem Formel 1-Lauf in Spa und dem Grand von Italien zu einer Stippvisite in Österreich. 1997 gewann er eine Woche nach seinem Besuch im Ennstal den italienischen Grand Prix auf der Strecke von Monza.

Neben dem Treffen der Rennfahrer-Generationen brachten die Organisatoren Helmut Zwickl und Michael Glöckner auch zwei klassische Rallye-Gespanne wieder zusammen. Der zweifache Rallye Monte Carlo-Sieger Erik Carlsson fuhr wieder gemeinsam mit Gunnar Palm auf einem Saab 93 und Walter Röhrl ließ sich von Jochen Berger den Weg weisen. Die Rallye-Europameister von 1974 Röhrl/Berger bestritten die Ennstal Classic mit einem Porsche Carrera GT von 1960.

Ebenfalls am Start der Ennstal Classic: Rauno Aaltonen, Rallye-Europameister von 1965 und Monte Carlo-Sieger 1967, auf seinem Ex-Werks-BMW 2002 tii. Aaltonen gewann die Ennstal Classic im vergangenen Jahr.

Zwei Fahrzeuge stachen aus dem hochkarätigen Starterfeld besonders hervor. Dr. Thomas Gruber brachte seinen Porsche Typ 64 mit, auch als Berlin-Rom-Wagen bekannt, den Professor Ferdinand Porsche in den vierziger Jahren als Dienstwagen nutzte. Er gehörte zuletzt dem 1996 verstorbenen Konstrukteur, Erfinder und Rennfahrer Otto Mathé, der 1952 auf Porsche-Basis einen Eigenbau erstellte und damit Rennen fuhr. Auch dieser flache Renner war auf der Ennstal Classic zu bewundern.


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Rallye Entscheidung um fünf Hundertstel Sekunden

Die siebte Ennstal Classic in Österreich endete mit einer faustdicken Überraschung. Nach über 600 Kilometern gewann keiner der bekannten Fahrer sondern die einheimischen Lancia-Fans Anton und Andreas Pfaff auf einer Lancia Flaminia Sport (1961). Sie ließen so routinierte Rallyefahrer wie Paul Ernst Strähle, Eric Carlsson oder Walter Röhrl hinter sich. Der zweifache Rallye-Weltmeister Röhrl fuhr zum ersten Mal seit 23 Jahren wieder mit seinem Co-Piloten Jochen Berger, mit dem er 1974 Rallye-Europameister wurde. Vorjahressieger Rauno Aaltonen war schon frühzeitig mit streikender Elektrik ausgefallen.


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Rain in paradise

Ennstal-Classic 1999 stellte 128 Teams auf harte Probe

"Ein kleiner Fehler, und man fällt chancenlos zurück", sinnierte Richard Kaan vor der letzten Sonderprüfung der Ennstal Classic 1999. Der ehemalige Restaurator aus Graz, der die Rallye 1996 gewann, lag weit zurück.

Sein Zeigefinger rutschte auf dem Blatt mit der Wertungstabelle immer tiefer runter. Beim zwölften Rang bleibt er stehen: "Naa, da geht nichts mehr". Ein leichter Fehler auf der 544 Kilometer langen Tauernrunde, die diesmal mit viel Regen und Nebel zur anstrengenden Konzentrationsübung wurde, und schon war der Grazer mit seinem Porsche 356A nicht mehr vorn dabei.

Auch bei der ersten Wertungsprüfung am Stoderzinken reichte eine Abweichung von 12 Hunderstel Sekunden von der vorgegebenen Sollzeit nur für den achten Platz. Richard Kaan weiß: "Die Ennstal Classic ist äußerst anspruchsvoll geworden".

Das Vater- und Sohn-Team lag bis zur letzten Prüfung im Ortskern der Marktgemeinde Gröbming noch auf dem zweiten Platz. Doch die Regensburger Dr. Peter Krieglsteiner und Hannes Rothfuß, letzterer saß 1972 bei Walter Röhrls erstem EM-Lauf auf dem "heißen Sitz", verpaßten die Sollzeit um sieben Zehntel Sekunden.

So gewannen die Pfaffs bei ihrer siebten Teilnahme die Ennstal Classic. Ihr Lancia ist das erste italienische Siegerauto bei der steirischen Mille Miglia. 2000 Stunden Arbeit haben die beiden Lancia-Fans investiert. "Als ich das Auto aus Deutschland über die Grenze brachte, meinte der Zollbeamte, ich wollte einen Haufen Ersatzteile einführen", erzählte Anton Pfaff. "Die Aluminiumkarosserie war völlig vergammelt".

Der Autojournalist Dr. Alfred Prokesch verstärkte sich mit dem zwölffachen österreichischen Rallyemeister Franz Wittmann. Den Platz hinter dem Steuer seines Porsche Speedster ließ sich Prokesch aber nicht nehmen. Wittmann, der 1981 den ersten Audi quattro in einem Wettbewerb fuhr, beherrscht aber offenbar auch den Umgang mit Roadbook und Stoppuhr: Platz drei für die beiden Österreicher vor dem schwäbischen Rallye-Haudegen Paul Ernst Strähle und Walter Näher.

Der zweifache Sieger der Rallye Monte Carlo 1962 und 1963, Erik Carlsson trieb seinen Saab 93 auf den siebten Platz. Mit der Replika seines Siegerwagens der 1000 Seen-Rallye von 1957 war der 70jährige zufrieden. "Ich bin besser plaziert als mein Schwager Stirling Moss", witzelte der Schwede. "Was will ich mehr?"

Der fast 70jährige Moss, dessen runder Geburtstag im Ennstal bereits gefeiert wurde – eigentlich fand er am 17. September statt -, ließ sich aber nicht beeindrucken: "Erik, sei vorsichtig. Im nächsten Jahr werde ich auch 70 sein, dann klappt es bestimmt so gut wie bei Dir".

Carlsson ließ auch jenen Fahrer hinter sich, den er für den besten Rallyefahrer aller Zeiten hält. Walter Röhrl vereinte sich nach 23 Jahren wieder mit seinem Beifahrer Jochen Berger. Das Europameister-Team von 1974 jedoch patzte im Porsche 356 Carrera gleich bei der ersten Prüfung und arbeitete sich noch auf den 13. Platz von 128 gestarteten Teams vor.


Das Endklassement der Ennstal Classic 1999

1. Anton und Andreas Pfaff   Lancia Flaminia Sport Bertone (1961)
2. Dr. Peter Krieglsteiner/Hannes Rothfuß   Porsche 356 A Speedster (1956)
3. Dr. Alfred Prokesch/Franz Wittmann   Porsche 356 A Speedster (1954)

Bestes Team mit Vorkriegsauto

Dr. Peter und Helga Bertalanffy mit einem BMW 327 (1938)


Das schönste Auto 1999

Dieses Prachtexemplar eines Alfa Romeo 6C 2500 Sport von Friedrich-W. Daupin aus Deutschland wurde 1999 zum schönsten Auto der Ennstal-Classic gekührt.

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